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Willkommensfest in der EAE Ferch/Glindow

20161120_willkommen2Eine tolle familiäre Atmosphäre herrschte beim Willkommensfest am Sonntag.  Die Laienmusiker der Gruppe „Tee und Töne“ aus der Gemeinde Schwielowsee sorgten für die musikalische Bereicherung. Die Musik lud zum Tanzen ein und zu den Klängen der Ziehharmonika bewegten sich einige unentwegte Tänzer im Polkaschritt. Wer lieber dem Treiben zu sah, der genoss den leckeren Kuchen, den einige Netzwerker gebacken. Für die Kinder gab es eine Schminkecke.

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Kleidertransport nach Sindos / Thessaloniki

Die Auflösung der Erstaufnahmeeinrichtung in Ferch/Glindow ist beschlossene Sache.

Packen in der EAE Ferch für Griechenland
Packen in der EAE Ferch für Griechenland

Nach Aussage der Zentralen Ausländerbehörde werden ab 10. Dezember keine Flüchtlinge mehr dort untergebracht. Das ehrenamtliche Netzwerk der Hilfe kritisiert diese Entscheidung des Brandenburger Innenministeriums als verpasste Chance, da die Flüchtlinge dort vergleichsweise gut untergebracht sind und mit großem Engagement von Anwohnern unterstützt werden.

 

Flüchtlingscamp Sindos / Thessaloniki (Bild: Hamburger Hilfskonvois)
Flüchtlingscamp Sindos / Thessaloniki (Bild: Hamburger Hilfskonvois)

Mit Sachspenden aus der Bevölkerung ist eine große Kleiderkammer in zwei Jahren ehrenamtlichen Engagements in Ferch aufgebaut worden, Spiel- und Sportgeräte für Kinder und Erwachsene wurden angeschafft. Mit der Schließung der Erstaufnahme stellt sich für die Ehrenamtlichen die Frage nach einem verantwortlichen Umgang mit den Spenden aus der Bevölkerung. Für Winterkleidung, Decken und Schuhe ist jetzt eine Lösung gefunden. Es gibt nicht weniger Flüchtlinge, wie die Schließung von Erstaufnahmeeinrichtungen vermuten lässt. Nur kommen Flüchtende nicht mehr bis nach Deutschland. Deshalb haben sich die Ehrenamtlichen des Netzwerks der Hilfe entschlossen, die gespendeten Wintersachen an die Grenzen Europas dorthin zu bringen, wo viele Flüchtlinge unbeachtet und unter unwürdigen Bedingungen mit ungewisser Zukunft festsitzen.

 

Packen in der EAE Ferch für Griechenland
Packen in der EAE Ferch für Griechenland

Heute wurden in Ferch 15 Quadratmeter Paletten mit den ursprünglich für die Erstaufnahme in Ferch gespendeten Wintersachen gepackt. Von dort gehen sie nach Hamburg und weiter im Container per LKW nach Sindos bei Thessaloniki in Griechenland. Dafür arbeitet das Netzwerk der Hilfe mit dem ‚Hamburger Hilfskonvoi‘ zusammen, ein Zusammenschluss von Privatpersonen und Geflüchteteninitiativen. Gegründet nach Schließung der Balkanroute im Frühjahr 2016 unterstützt der ‚Hamburger Hilfskonvoi‘ die Menschen, die unbeachtet von der Öffentlichkeit in Militärlagern in Griechenland festsitzen. Vor Ort in Sindos arbeiten Freiwillige der Schweizer Organisation ‚Swisscross‘ in den beiden Camps Frakaport und Karamanlis. 1200 Menschen sind dort in alten, unbeheizten Fabrikhallen untergebracht. Auch in Griechenland ist es im Winter kalt, Winterkleidung und Decken werden dringend gebraucht.

 

Weitere Infos:

https://swisscrosshelp.herokuapp.com/pages/home/
http://www.hamburgerhilfskonvois.de/transport-nov-2016/

Flüchtlingscamp Sindos / Thessaloniki (Bild: Hamburger Hilfskonvois)
Flüchtlingscamp Sindos / Thessaloniki (Bild: Hamburger Hilfskonvois)

„Verpasste Chance!“ Offener Brief zur Schließung der EAE

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrter Herr Innenminister, sehr geehrter Herr Nürnberger!
Mit großem Bedauern und Kritik nehmen wir als ehrenamtliches Netzwerk der Hilfe die beabsichtigte Schließung der EAE Ferch/Glindow bereits zum 31.12.2016 zur Kenntnis.

Die deutlich gesunkene Zahl von Flüchtlingen, die in Deutschland und Brandenburg ankommen, ist uns bewusst. Einsichtig ist uns eine entsprechende Verringerung der beachtlich hohen Aufnahmekapazität des Landes Brandenburg aus wirtschaftlichen Gründen.

Unseren Informationen nach hat der Vertrag zur Nutzung der EAE Ferch eine Laufzeit bis Ende 2018. Die jetzt beabsichtigte Schließung halten wir für eine deutlich verpasste Chance in Hinsicht auf eine hochwertige und von einer breiten Mehrheit der Anwohner getragene Betreuung der Flüchtlinge in der Erstaufnahme. Wir bedauern, als ehrenamtliches Netzwerk mit 60 aktiven Ehrenamtlichen, einem großen Unterstützerkreis in der Bevölkerung und mit hoher Beachtung in den Medien in der Diskussion um die Schließung keinerlei Berücksichtigung von Seiten des Landes und der ZABH erfahren zu haben.

Als Koordinatoren der vor Ort tätigen Arbeitsgruppen kritisieren wir nach einem Treffen aller Ehrenamtlichen im Namen des gesamten Netzwerks der Hilfe sowohl das Vorgehen als auch das Ergebnis der Verhandlungen zwischen der ZABH und dem DRK als dem Betreiber.

Wir bitten um angemessene Berücksichtigung der Standortvorteile der EAE Ferch/Glindow, wie sie sich aus unserer Sicht darstellen:

  • langfristiger Vertrag bis Ende 2018,
  • die hohen baulichen Investitionen durch das Land Brandenburg,
  • die durch Spendengelder finanzierte Ausstattung (Kleiderkammer, Sportgeräte etc.),
  • die ruhige Lage mit einer für Bewohner zumutbaren Anbindung an Werder und Potsdam,
  • die für ein Miteinander von Bewohnern, Betreuern und ehrenamtlichen Helfern überschaubare Kapazität von 270 Plätzen,
  • die auch im Vergleich zu anderen Erstaufnahmeeinrichtungen in Brandenburg gut koordinierte und von breiter Mehrheit getragene ehrenamtliche Betreuung von Flüchtlingen über die vertragliche Versorgung durch den Betreiber DRK hinaus,
  • die entsprechend positive Wahrnehmung der ehrenamtlichen Arbeit in der Öffentlichkeit und den Medien – die konkreten Erfahrungen der Ehrenamtlichen helfen entscheidend, Ängste und Vorurteile in der Bevölkerung abzubauen,
  • die hohe Zahl von 60 aktiven Ehrenamtlichen mit großem Unterstützerkreis in der Bevölkerung (Schwielowsee, Werder, Potsdam und Landkreis PM) als wesentlicher gesellschaftlicher Faktor für die Akzeptanz von Flüchtlingen.

Mit diesen Standortvorteilen regen wir die weitere Nutzung der EAE Ferch/Glindow insbesondere für folgende Zielgruppen an:

  • für Flüchtlinge und Asylsuchende, die absehbar längere Zeit in der Erstaufnahme verbringen,
  • für Familien und alleinreisende Frauen, die in den größeren Erstaufnahmen konfliktträchtige Probleme haben – wie in der Vergangenheit bereits geschehen,
  • für Familien mit Kleinstkindern und bestehenden Schwangerschaften,
  • für erkennbar besonders traumatisierte Menschen, die von Anfang an einer besseren sozialen Betreuung bedürfen als sie an anderen Standorten möglich ist.

Selbst wenn die im Vergleich kleinere EAE Ferch/Glindow nur kostenintensiver zu betreiben sein sollte als eine vergleichbare Kapazität in den großen Einrichtungen – halten wir die weitere Nutzung der EAE Ferch/Glindow mit einer entsprechenden Begründung von Seiten des Landes für eine gute Chance, eine offene, auf Qualität bedachte und mit der Bevölkerung gut vernetzte Flüchtlingspolitik des Landes Brandenburg auch öffentlich darzustellen.

Mit freundlichen Grüßen schreiben Ihnen für das Netzwerk der Hilfe:

Pfr. Frank-Michael Theuer, Dr. Jörg Longmuss, Cornelius Rüss, Fred Witschel (koordinierende Kontaktgruppe)

Claudia Remmert (Willkommensgruppe), Manfred Beger (Sportgruppe), Christian Eckhoff (Mobilität und Fahrradwerkstatt), Susanne Schaarschmidt (Deutschunterricht), Carolin Hille (Kinder- und Jugendgruppe), Henriette Haase (Nähstube), Alexandra Knuth (Kleiderkammer und Sachspenden), Ursula Pommerenke (Bundesfreiwilligendienstleistende im Netzwerk der Hilfe), Martina Meder (Kontakttelefon)

Sommerfest am 16.7.2016

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Begrüßung auf ( v.l.n.r.) Englisch, Deutsch, Farsi und Arabisch

Bunte Wimpel aus Stoffresten, liebevoll  geschneidert auf Anregung von Henriette mit Hilfe und Unterstützung der Kinder/Jugendgruppe flatterten am knackig blauen Sommerhimmel. Dazu der aufsteigende Rauch und verlockende Duft in Nähe des Grills. Herr Bindseil als Küchenchef hatte mit Hanne und Charly ein buntes Grillbuffet gezaubert, was von allen Feiernden sehr geschätzt wurde.   Die Grillmeister Jörg,  Frank-Michael und Raschid konnten einem schon leid tun ob der Hitze, wurden aber von den Hütern des Getränkestands fürsorglich immer wieder  mit Säften und Wasser versorgt.

45 Netzwerker – auch viele unter ihnen, die nicht aktiv sind – waren gekommen, um mit den Geflüchteten einige unbekümmerte Stunden zu verbringen. Ein gelungener Einstieg dazu war die Musik der 3-Mann-Band  ‚Bue Monday‘,  mit Gitarrist Jonny, Mathias als Sänger und Ronald als Schlagzeuger. Schon nach einigen Akkorden war der Funke übergesprungen und der Saal tobte vor Begeisterung nach jedem Song. Auch die dann folgende arabische Musik mit Tanz von Groß und Klein sorgte für eine wunderbare Stimmung.

 Die inzwischen aufgestellten Buffets mit Getränken, Kuchen , Eis waren schnell von allen Hungrigen und Durstigen umringt. Dann endlich sollten die Kinder und Jugendlichen mit diversen Aktivitäten erfreut werden: Renner wie immer das Kinderschminken, auch Väter und Mütter halfen mit, Nadine und Susanne zu unterstützen, so groß ist die Lust auf Veränderung bei den Kleinen; die Hüpfeburg war dauerbelegt, mit wachen Augen von Henriette liebevoll beaufsichtigt und die nagelneue Torwand fand erste Fans. Die Deutschgruppe für Erwachsene hatte eine große Infotafel in vielen Sprachen mit eindrucksvollen Bildern der lernenden Erwachsenen  und ihrer Lehrerin Susanne erarbeitet, auch in der Hoffnung, dass noch mehr den Unterricht besuchen.

Ein wunderschönes, entspanntes  2. Sommerfest für alle Beteiligten, ein gute Gefühl, dem unfassbaren Terror etwas entgegenzusetzen. Das nächste Fest ist am 21. August!!!!

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Sportprogramm „On the move“ gewinnt Sonderpreis 2016

20160711_IntegrationspreisUnser Sportprogramm „On the move“ hat den Sonderpreis 2016 für Integration und Vielfalt des Fußballlandesverbandes Brandenburg und der AOK Nordost gewonnen. Stellvertretend für unser Trainerteam nahmen am 11.Juli 2016 Lena Hohlfeld und Manfred Beger die Urkunde, fünf Fußbälle und eine Prämie von 1000 € bei der Auszeichnungsveranstaltung in Cottbus in Empfang . Die Auszeichnung bestärkt uns in unserer Arbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen in der Erstaufnahmeeinrichtung Ferch und anderen Gruppenunterkünften. Die Geldprämie werden wir in die Anschaffung mobiler Tore investieren, um unser Sportprogramm künftig an möglichst vielen Standorten in Brandenburg und Berlin anbieten zu können

Weitere Stelle für Bundesfreiwilligendienst ab 1.9. / 1.10.2016 möglich!

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Mit Schwerpunkt in der Kinderbetreuung suchen wir für mind. 20 Stunden / Woche für 12 Monate (verlängerbar auf 18 Monate) eine/n Freiwillige/n für unterstützende Arbeit in der Erstaufnahme Ferch / Glindow. Die Stelle ist auch für Flüchtlinge mit Aufenthaltsstatus geeignet! Allgemeine Infos zum BFD hier. Interessenten melden sich bitte unter kontakt@netzwerk-hilfe.org, Infos auch bei der jetzigen BFDlerin unter bfd@netzwerk-hilfe.org. Bewerbungen bis 20.8.2016 möglich, Antworten urlaubsbedingt erst ab 14.8.2016. Der BFD-Dienst ist auch als Praktikum anrechenbar! Wir freuen uns über Interesse – bitte gerne weitersagen!

Willkommensfest in der EAE Ferch/Glindow am 19.06.2016

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Schaut man in den Konzertkalender des Vereins Yehudi Menuhin Live Music Now Berlin e.V. für den Monat Juni hält man beeindruckt inne: Was dieser Verein allein in einem Monat an musikalischen Besuchen in Hospizen, Kindergärten, Krankenhäusern, Demenzgruppen u.v.m. organisiert – auf ehrenamtlicher Basis und nur durch Spenden finanziert – ist beachtlich: 23 kostenlose Konzerte von mitreißenden hochtalentierten Stipendiaten! Willkommensfest in der EAE Ferch/Glindow am 19.06.2016 weiterlesen

Neue Tischtennisplatten und ein Fußballkicker

Neue Tischtennisplatten und ein Fußballkicker sind in den vergangenen Tagen in der Erstaufnahmeeinrichtung aufgestellt worden. Haltbar und wetterfest haben die Spielgeräte im Außenbereich Platz gefunden. Ein großer Dank geht an die Spender und insbesondere an die „Bauleitung“ Karl Heuer.

Erstes Fazit. Die neuen Sportgeräte kommen bei den Kindern sehr gut an. Sie  helfen dabei, dass der Aufenthalt der Kinder zu einer angenehmen und erlebnisreichen Zeit wird. Neue Tischtennisplatten und ein Fußballkicker weiterlesen

Ein musikalischer Ostermontag

Am Ostermontag hatte das Netzwerk wieder ein kleines musikalisches Event für die Einrichtung in Ferch organisiert. Protagonisten waren der achtjährige Florian am Klavier und ein Jugendlicher mit seiner Gitarre, welcher momentan selbst in der Erstaufnahmeeinrichtung lebt.
Die Unterhaltung wurde bei den Bewohnern gut angenommen und es kam beim Spiel landestypischer Musik zu spontanen Tanzeinlagen, die mit Begeisterung aufgenommen und mit viel Applaus begleitet wurden. Ein musikalischer Ostermontag weiterlesen